Die schönsten alemannischen Namen für Kleidungsstücke

Hättet ihr gewusst, was ein Schillet oder ein Stößli ist? Jetzt reinlesen und rausfinden!

Text: Pascal Cames

Auch wenn die schwarzen Wälder manchmal blickdicht sind, einen Sinn für Mode und Kleidung haben die Alemannen schon. Was es außer Bollehuet gibt, erfahrt Ihr hier.  

Auch die Alemannen tragen Schuhe und Kleider, damit sie nicht blutt (nackig) sind und frieren müssen. In alter Zeit sagten die Leute alege (anlegen) fürs Anziehen. Damit sich keiner „verkältet“, wurde zur Sicherheit nochmal nachgefragt: „Hesch di warm aglegt?“ Manche Kleidungsstücke wie den fürs Schwarzwaldmädel gemachte Bollehuet ussm Guedachdal (die Bolle sin uffgenait, nitt uffgebäppt) gibt es nur im Schwarzwald, genauso wie manche Wörter.

Wer Finke oder Straufinke angeboten bekommt, darf sich freuen. Nein, es gibt keine Singvögel zum Vesper, sondern Hausschuhe bzw. Strohschuhe. Mit denne Schlurpe (Schlappen) kann man rumschlurfe oder rumschlorpe und hat immer warme Füße. 

Zu einem seltenen Begriff ist das Schillet geworden. Wie viele andere Dialektwörter (Schesslo, Portmonä, Trottwa) stammt auch dieses aus Frankreich (gilet) und bezeichnet eine ärmellose Weste. Auch ohne Ärmel, aber mehr Jacke als Weste, ist das Wams. Wanderte das Wams vom Alemannischen ins Hochdeutsche oder andersherum? Keiner weiß es. Aber beim Tschobe ist der Fall einfach. Das ist pure Mundart. So sagen die alten und manche jungen Alemannen noch zum Kittel, also der Jacke.  

Ebensolche französische Wurzeln hat der Schappo (Chapeau) genannte Hut. Die Dätschkapp ist aber kein Hut, eher eine flache Kapp (Mütze), die wohl zusammengedatscht (flach geschlagen) wurde. Wer nun meint, dass war’s eigentlich schon, täuscht sich. Auch wenn Hos und Jeanshos mehr hochdeutsch klingen als nach Dialekt, gibt es noch genügend Wörter, die in Hannover oder Hamburg unbekannt sind.

Beim Schuhbändel weiß der Norddeutsche, was Sache ist. Aber was ist ein Sacktuch? Das ist ein Stofftaschentuch, das vor der Erfindung des Tempos noch in die Hosentasche (im Hosesack) gesteckt wurde. Auch nach fünfmaligem Gebrauch hatte es dort seinen Platz (die Älteren werden sich noch erinnern).

Auch bei der Winterkleidung zeigt die Mundart ihre Stärke. Händsche oder Händschi sind Handschuhe und ein Stößli ist ein Pulswärmer. Eine Bollenkapp ist eine Pudelmütze. Aber beim Schal (alemannisch die Schal) gibt es nix im Dialekt, dafür weiß das Lahrer Original De Hämme was Schlaues: „Solang mir de Schal noch passt, mach ich kei Diät.“ 

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