Hannes Arendholz feiert die Schwarzwurzel

Die Schwarzwurzel ist der Geheimtipp für kalte Tage. Wie gut, dass Foodboom-Gründer Hannes Arendholz dem „Winterspargel“ in seinem neuen Kochbuch „Eine Flocke Butter“ ein ganzes Kapitel widmet …

Text: Alexandra Monsch Fotos: Foodboom

Von außen erdig, klebrig, unscheinbar – und genau deshalb übersieht man sie gern: die Schwarzwurzel. Dabei steckt in der auch gern Winterspargel genannten Wurzel so viel mehr, als man zunächst vermutet. Wer sich einmal die Mühe macht, sie zu putzen, wird mit feinem nussigem Aroma belohnt – irgendwo zwischen Spargel, Artischocke und Pastinake. „Für mich ist das Putzen ein bisschen wie Goldschürfen“, sagt Koch Hannes Arendholz. „Erst durch das Waschen, Schälen und Säubern kommt ihr wahres Potenzial zum Vorschein.“

Dann mal los, black to the Roots! Die Wurzel gilt als echtes Gemüsejuwel: reich an Kalium, Magnesium und Eisen, dazu jede Menge Vitamine und mit weniger als 20 Kilokalorien pro 100 Gramm zudem ein Leichtgewicht. Wer sie verarbeitet, sollte allerdings wissen, worauf’s ankommt. Der austretende Milchsaft kann Hände und Schneidebrett verfärben. Also rät Hannes: Handschuhe anziehen! Und sobald die Stangen geschält sind, landen sie direkt in Zitronen- oder Essigwasser. „Das hält sie hell und entzieht gleichzeitig die Bitterkeit“, sagt der Experte.

Hannes Arendholz weiß natürlich genau, wovon er spricht. Nach einer klassischen Kochausbildung, einem BWL-Studium und zahlreichen anderen Stationen als Food-Creator landete der Koch in Hamburg. Dort ist er heute Mitgründer und Geschäftsführer von Foodboom, einer der bekanntesten und pfiffigsten Food-Content-Schmieden Deutschlands, und begeistert mit seinen kreativen Rezepten und Ideen Millionen Menschen auf Tiktok, Instagram, Facebook, Youtube und Pinterest. Dabei hat er nie seine Leidenschaft für gute, einfache und bodenständige Küche verloren …

 

In seinem neuen Buch „Eine Flocke Butter“ (das bei uns im Tietge-Verlag, aus dem auch #heimat kommt, erschienen ist) widmet sich Hannes daher traditioneller deutscher Hausmannskost. Ohne Schnickschnack, dafür mit ganz viel Liebe. Mehr als 100 Rezepte, die für ihn nach Heimat schmecken, – von Rinderrouladen über Gulasch bis zu Senfeiern – zeigen, dass gute Küche weder kompliziert noch altbacken sein muss. Es geht um Kindheitserinnerungen, um Gerichte, die satt, zufrieden und ein bisschen nostalgisch machen. Und mittendrin: die Schwarzwurzel, der er gleich ein ganz Kapitel widmet.

Für Hannes ist sie „kein Star, aber ein echtes Goldstück“. Ob in cremigem Risotto, als One Pot Pasta, gebraten in der Pfanne oder klassisch in Rahm: die Schwarzwurzel zeigt, was in ihr steckt, wenn man sich ein bisschen die Hände schmutzig macht. „Denn am Ende lohnt sich jede Minute, die man in sie investiert“, findet Hannes.

Eine Flocke Butter

Drei Wochen hat’s gedauert, dann war die 1. Auflage von „Eine Flocke Butter“ (256 Seiten, 28 Euro) auch schon vergriffen. Hannes’ Liebeserklärung an die deutsche Küche kommt so gut an, dass inzwischen bereits die 3. Auflage erhältlich ist.

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