Tipps für die perfekte Schwarzwaldhochzeit

Eine Schwarzwald-Hochzeit ist ein Garant für eine glückliche Ehe. Unsere Hochzeitsexperten sprechen da aus Erfahrung – und verraten ihre besten Tipps für den großen Tag

Text: Sophie Radix · Fotos: Dimitri Dell

Liebe! Reine, echte, Schwerkraft-verändernde Liebe – die muss man einfach feiern! Am besten mit einer richtig dicken, fetten Hochzeit mit allem Drum und Dran. Die perfekte Kulisse dafür bietet der Schwarzwald mit seinen wundervoll romantischen Schwarzwaldhöfen, mit Schlössern, Türmen und vielem mehr.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas Tolles je erleben darf“, schwärmt Julia von ihrer Hochzeit mit Tobias, die in Wolfach auf dem historischen Klausenbauernhof stattfand.  Zuvor war Tobias  auf dem Burj Khalifa aufs Knie gegangen, die standesamtliche Trauung fand zu zweit in Miami statt.  Aber die eigentliche Feier mit Freunden und Familie? Dafür brauchte es keine Wolkenkratzer. Wozu auch: Chrombauten kann jeder heutzutage, aber historische Schwarzwaldhöfe gibt es eben nur in der Heimat.  

Vorlaufzeit: anderthalb Jahre 

„Wir haben beide unsere Kindheit im Kinzigtal verbracht und wollten unbedingt hier heiraten – da gab es keine Kompromisse“, erzählt Julia. Anderthalb Jahre Vorlaufzeit nahmen sich die beiden. „Weniger sollte es auch wirklich nicht sein“, findet Tobias. Das genaue Datum festzulegen war dagegen einfach: der Jahrestag. Der Klausenbauernhof wurde ihnen dann von Freunden empfohlen. Auch hier war’s Liebe auf den ersten Blick: „Wir kamen an und wussten: das ist es“, erinnert sich Tobias. Das Hofgut ist rund 500 Jahre alt – die Speicher und das Steinhaus sind ein einzigartiges Kulturdenkmal im Schwarzwald. 

Die Deko sollte genau zu dieser rustikal-romantischen Kulisse passen. Und so planten und bastelten Julia und Tobias gemeinsam, hielten es schlicht, aber detailverliebt: „Wir haben Teelichter in Einmachgläser gesetzt und überall weiße Stoffbahnen im alten Stall verteilt.“  Julias Tipp für alle Brautpaare: „Natürlich solltet Ihr vorher abstimmen, was Ihr Euch vorstellt. Uns hat sehr geholfen, dass wir bei der Deko eine Richtung im Kopf hatten.“ Aber: „Vergesst den Spaß dabei nicht! Und, liebe Bräute: Freut euch über die Vorschläge Eurer Zukünftigen. Gemeinsam nach Inspiration zu suchen, ist so viel schöner. Genießt die Beteiligung!“  

Oldtimerliebe und Fotobox

Auf der Feier gab es eine Gentleman’s Corner, eine Fotobox und eine Chillout-Lounge. „Uns hat die Vorbereitung Riesenspaß gemacht. Das darf man als Paar auch nicht vergessen“, sagt Tobias: „Man sollte den schönsten Tag im Leben auch genießen. Und sich bloß nicht von anderen reinreden lassen. Die Hauptsache ist, dass es Euch gefällt!“ Das Paar feierte mit rund 80 Gästen bis in die frühen Morgenstunden. Julias Kleid konnte danach nur noch in die chemische Reinigung („… das kostet bis zu 200 Euro, einfach zur Info!“). 

Das offene Bentley Cabrio bekam das Paar von einem Freund – aber mehr so aus der Not heraus: „Unser ursprünglicher Oldtimer startete nicht. Wir bekamen dann spontan dieses tolle Auto, womit wir gar nicht gerechnet hatten. Eine Riesenüberraschung, über die wir uns wahnsinnig gefreut haben.“ Rückblickend weiß Julia: „Ich kann jedem empfehlen, eine Hochzeit aufzuteilen. Wir waren mit unserer ersten, privaten Trauung so glücklich, dass eigentlich gar nichts mehr schiefgehen konnte“, sagt sie. 

Der Tipp ist gut – findet auch Hochzeitsplanerin Sandra Beck. Sie hat Julias und Tobis Hochzeit nicht betreut, dafür aber viele andere. Seit mehr als 12 Jahren tanzt Sandra als Hochzeitsplanerin auf vielen Festen im Südwesten. „Oft kommen Paare zu mir, die nicht nur voll im Berufsleben stehen, sondern auch Kinder haben. Die freuen sich über die Entlastung bei der Organisation“, erzählt sie. Die Bücher für 2023 sind schon voll.  Und welche Trends bahnen sich an? „Die Brautpaare sind richtig in Feierstimmung. Alles wird bunter und moderner, zum Beispiel die Schilder, die mittlerweile auf jeder Hochzeit den Gästen die Richtung weisen. Die werden jetzt sogar beleuchtet.“ 

Top-Tipps von der Expertin

Außerdem in aller Munde: Statement-Schleier. „Die Braut teilt ihrem Liebsten eine persönliche Botschaft mit, indem sie ihren Schleier bestickt.“ Und was können Paare tun, damit die Planung spaßig und nicht stressig wird? „Meine Empfehlung: Schaut euch nicht mehr als drei Locations an!“, sagt Sandra. „Auch bei der Anprobe des Brautkleides gilt: Macht kein Event daraus, sondern haltet den Kreis der Zuschauer lieber klein.“ Ganz wichtig findet die Expertin: „Die Hochzeitstorte würde ich immer liefern lassen. Müsste das Brautpaar sie selbst abholen, transportieren und auspacken, kann schnell einiges schief gehen.“ Und was sollte man tun, damit die Hochzeitsfeier ein Riesenkracher wird? „Ich würde in essenzielle Dinge immer  etwas mehr investieren. Also in die Stimmungsmacher wie Musik und Essen. Bei der Deko kann man dann sparen, indem man viel selbst organisiert und bastelt.“ 

Direkt nach der Stimmung auf der Prioritätenliste: der perfekte Fotograf. „Dimitri Dell war die beste Investition meines Lebens“, schwärmt Julia, die um Dimitris Erfahrung weiß. Seit 14 Jahren ist er auf Hochzeiten unterwegs – quasi immer dann, wenn er nicht für #heimat on tour ist. „Hochzeiten sind eine der Königsdisziplinen in unserer Branche“, sagt Dimitri. „Die vielen verschiedenen Perspektivwechsel und Situationen machen den Tag zur besonderen Herausforderung. Und natürlich die vielen Emotionen!“ Für ein Brautpaar sei der Hochzeitstag schließlich pure Aufregung. Zwar wird vorher alles so gut wie möglich vorbereitet, aber dennoch hat jedes Event seinen eigenen Flow mit Höhen und Tiefen. Was empfiehlt er also für das perfekte Bild? „Am besten den Fotografen machen lassen. Der weiß das richtige Licht zu nutzen. Und natürlich freuen wir uns über liebevoll durchdachte Deko!“ Dimitri hält sich bei der Feier am liebsten im Hintergrund. Ihm sind authentische Momente wichtiger als geplante Motive.  Aber: „Separate Brautpaarshootings gehören mittlerweile immer dazu.“ 

Einfach fallen lassen

Wann bietet sich das an? „Die schönste Zeit für Bilder ist während der Abendstimmung. Hier hat man das beste Licht. Das Paar kann sich  einfach mal fallen lassen.“ Und die Kosten? Die sind individuell. „2000 bis 3000 Euro sind ein realistischer Betrag für einen Hochzeitsfotografen“, sagt Dimitri. Eine gesamte Hochzeit mit rund 80 Personen  kann schnell mehr als  20 000 Euro kosten. Eine Traumhochzeit geht aber auch ohne großes Budget. Denn es sind ohnehin die spontanen, natürlichen Momente, die einer Feier ihren ganz besonderen Zauber verleihen. Ein Paradebeispiel: die ungeplanten Bilder von Julia und Tobias in dem Oldtimer. Mehr Romantik geht nicht, oder?