So gut wie früher

Der Schuckshof trotzte den Jahrzehnten und musste dann doch schließen. Dass es ihn wieder gibt, ist wunderbar!

Text: Pascal Cames

Für einen perfekten Sonntag in Offenburg gibt es drei Aktivitäten. Das erste ist eine Meraner Nusstorte im Café, das zweite eine Wanderung auf das Hohe Horn und das dritte ein Essen in der Wirtschaft Schuckshof in Fessenbach. Seit 1970 am Laufen! Warum Schuckshof? Wegen dem süffigen Wein (damals Weingut Renner, heute Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg) und weil das Essen wie von Muttern kommt. Aufgetischt wurde von Diana Renner gute Küche zwischen rustikal und gutbürgerlich, wie sie heute rar geworden ist. Aber dann kam Corona und später hieß es, Schuckshof gibt's nimmer. Seit Oktober ’23 läuft die Wirtschaft wieder. Neue Pächter haben übernommen – aber wieder mit Diana Renner in der Küche! 

Badisch rustikal

Die Karte zeigt an, dass vieles wie früher ist. Es gibt badisches Vesper, Bauernbratwürste, Strammen Max, Spiegelei mit Bratkartoffeln, die badische Salat-Dreifaltigkeit (Vitamine!) aus Wurstsalat,  Ochsenmaulsalat und angemachtem Schwartenmagen sowie Münsterkäse und Bibeleskäs. Dazu Cordon bleu, Rumpsteak, Schnitzel sowie Rahmkuchen in zig Varianten von traditionell bis mit Äpfeln flambiert. Die Maultaschen gibt es traditionell und für Vegetarier. Als Zuckerl wird Leber angeboten. 

In Sachen Wein gibt es, warum auch immer, nichts vom Renner (das Weingut liegt einen Steinwurf entfernt!), dafür aber von der Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg, die bekanntlich auch in Fessenbach einige Reben in nächster Nähe hat, auch Silvaner. 

Seit Dezember waren wir schon mehrfach hier (noch einmal und ich bin Stammgast) und so wurden Leberle, Schnitzel, Rumpsteak und Maultaschen (mit und ohne Fleisch) und Kartoffelsalat probiert. So viel dazu: alles nicht schlecht! Bei der Leber (vom Kalb) hat der Koch alles richtig gemacht, sie ist weder zäh noch zu weich, leicht rosa, sauber gewürzt und mit schönem Röstaroma. Die kräftige Soße passt auch wunderbar zu den krossen Bratkartoffeln, die vielleicht mit ä bissl zu viel Öl angebrägelt wurden. Aber was soll's. Nachsalzen ist unnötig. Also top! 

Schnitzel oder Steak?

Beim Schnitzel bin ich aber enttäuscht. Durfte das wirklich in einer Pfanne in Öl schwimmen? Aber wo sind denn dann die Blasen? Das Rumpsteak dagegen ist so perfekt wie aus der Grillschule in Durbach. Das Fleisch ist rosa, zart und saftig. Der volle Fleischgeschmack mit Röstaromen. Die ausgebackenen Zwiebeln passen prima dazu. Bei den hausgemachten Maultaschen ist vom ersten Bissen an klar, dass hier das „signature dish“ auf dem Teller liegt. Oder wie man früher sagte: die Spezialität des Hauses. Der Teig hat die perfekte Konsistenz, die saftige Füllung schmeckt kräutrig. Die abgeschmelzten Zwiebeln spielen noch etwas Süße dazu. Das ist mal eine andere Delikatesse! (Es muss ja nicht immer Fleisch sein, gell!) 

Herrliche Aussichten 

Genauso schön wie die Tellermitte ist auch der Blick aus dem Fenster. Was für eine Aussicht! Da muss man nicht aufs Hohe Horn schnaufen, um Richtung Offenburg und Rheintal zu schauen. Essen gehen und ein kleiner Spaziergang reichen auch. Für die schöne Jahreszeit wird dann wieder die Terrasse gedeckt sein – und Offenburg atmet auf! 

3,4 von 5 Zapfen für den Schuckshof

Wie es unserem Autor und Restauranttester Pascal Cames in Fessenbach geschmeckt hat? So sieht seine Bewertung im Detail aus:

Geschmack

Wie hat das Essen geschmeckt?

Preiswürdigkeit

Wie ist das Preis-Leistungs-Verhältnis?

Speisekarte

Wie ist die Auswahl der Speisen?

Getränkekarte

Wie ist die Auswahl der Getränke?

Innovationsgrad

Gab es Neues oder Überraschendes?

Ökologie

Wie viel Wert wird auf Nachhaltigkeit gelegt?

Besonderheit

Wie einzigartig ist das Essen und/oder die Location?

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