Narrhaftes in die Schüssel - badische Bohnesupp'

Fotos: Dimitri Dell

Wenn im Schwarzwald die Narren los sind und der Schmutzige Dunschdig (Donnerstag) anrückt, dann riecht's vielerorts schon früh morgens nach Bohnesupp’ – etwa in Offenburg. Deftig, heiß und mit ordentlich Speck drin – so wie’s sich g’hört. Die Fasent-Suppe ist nämlich weit mehr als nur ein Eintopf: Sie ist ein Stück badischer Seele, ein Gemeinschaftswerk, das von innen wärmt und symbolisch reinigt, bevor es in die Fastenzeit geht.

Früher hat man in der Fastnacht einfach alles aufgebraucht, was noch in der Vorratskammer herumlag: Bohnen, Kartoffeln, Wurzelgemüse, ä Stückle Speck. Nichts wurde verschwendet und alles kam in den Topf. In Offenburg verkauft die Althistorische Narrenzunft zur Fastnacht die Zutaten für ihre Bohnensuppe im E-Center Kohler, der Erlös wird wohltätigen Zwecken gespendet. So schmeckt die Tradition doppelt gut: nach Heimat und Gemeinschaft.

So wird die Suppe gemacht

Eine närrrisch gute Bohnensuppe ist echt kein Hexenwerk und die Zutaten sind so bodenständig wie die Fastnacht selbst.

Alles, was in den Topf und später in den Mund kommt, findet Ihr hier:

  • 350 g Speck
  • 150 g Zwiebeln
  • 5 Zehen Knoblauch
  • 150 g Sellerie
  • 150 g Karotten
  • 150 g Lauch
  • 1 bis 2 EL Schweineschmalz oder Butterschmalz
  • 350 g Kartoffeln
  • 100 ml Gemüsefond
  • 350 g Bohnen aus der Dose
  • je 1 Prise Salz und Pfeffer

Und so geht’s: den Speck würfeln, die Zwiebel und die Knoblauchzehen in Würfel schneiden. Das Suppengemüse putzen und in kleine Würfel schneiden. Einen Topf für fünf bis sechs Liter Suppe auf den Herd stellen. Das Schmalz unter großer Hitze erhitzen und darin den gewürfelten Speck auslassen. Zwiebel und Knoblauch glasig anschwitzen. Sellerie, Karotte und Lauch dazugeben. Mit etwas Wasser ablöschen und unter ständigem Rühren köcheln lassen.

Wenn das Gemüse weich ist, die in Würfel geschnittenen Kartoffeln dazugeben und ungefähr eine Stunde garen lassen. Immer wenn Flüssigkeit fehlt, etwas Gemüsefond nachschütten. Wenn das Gemüse sämig ist, die abgetropften Bohnen dazugeben und bei geringer Hitze noch kurz ziehen lassen. Vor dem Servieren mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nach Geschmack mit Bohnenkraut oder Petersilie garnieren.

Hauptsache, sie blubbert

Ob Bohnen-, Erbsen- oder Linsensuppe: Zur Fasent hat fast jede Region ihre eigene Variante. In Hornberg gibt es die Teufelsupp’, bei den Empfinger Rußhexen in Horb eine heiße Portion Hexensuppe. In Basel tischt man Mehlsuppe auf. Eines haben die traditionellen Suppen immer gemeinsam: Sie sind deftig, einfach und schmecken nach lang gelebter Tradition zur fünften Jahreszeit.

Also: Schürze umbinden, Topf raus, Bohnen rein! Die Fasent steht vor der Tür. Und was könnte da besser einstimmen als eine dampfende Portion Bohnesupp'?

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